{"id":2962,"date":"2016-11-25T12:56:51","date_gmt":"2016-11-25T11:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.laudeley.de\/?p=2962"},"modified":"2016-11-25T13:00:54","modified_gmt":"2016-11-25T12:00:54","slug":"steckdosenmodule-vor-dem-durchbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/steckdosenmodule-vor-dem-durchbruch\/","title":{"rendered":"25.11.2016: Steckdosenmodule vor dem Durchbruch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit drei Jahren ist Holger Laudeley mit seinen Steckdosenmodulen \u2013 fr\u00fcher als Balkonsolarmodule bezeichnet \u2013 auf dem Markt. Trotz bundesweit ca. 20.000 verkaufter Module, ist der Durchbruch bis heute nicht gelungen. Ein Grund daf\u00fcr ist die Verunsicherungstaktik vieler Netzbetreiber und sogar von Landesministerien, die viele potenzielle K\u00e4ufer von Steckdosenmodulen verunsichern. Doch vielf\u00e4ltige Entwicklungen zeigen, dass die Steckdosenmodule bald die rechtliche Grauzone verlassen und den Durchbruch schaffen d\u00fcrften.<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eEs hat Spa\u00df gemacht und wird sind heute deutlich weiter als vor zwei Jahren\u201c<\/em>, sagt Holger Laudeley. Er vertreibt \u00fcber die Marke e.cube systems Steckdosenmodule. Anfang dieser Woche nahm er zusammen mit Vertretern der DGS-Arbeitsgruppe pvplug am ersten Normungs-Workshop der DKE zum Thema <strong>\u201eSteckerfertige Erzeugungseinrichtungen Mini-PV\/Plug-in PV \u2013 Sicherheitsaspekte bei der dezentralen Einspeisung in Niederspannungsanlagen\u201c<\/strong> teil.<\/p>\n<p>Dabei stellte ein Vertreter des renommierten Fraunhofer ISE u.a. eine Studie vor, die zum Ergebnis gelangt, dass von steckerfertigen, netzgekoppelten Kleinst-PV-Anlagen keine Gefahren ausgehen. Insbesondere hob <a href=\"https:\/\/www.e-control.at\/documents\/20903\/388512\/E-Control-Studie-KleinstPV.pdf\/e83b42d4-235c-4b3c-9c57-780d1bb60dd1\">die sich auf \u00d6sterreich beziehende Studie Folgendes<\/a> hervor:<\/p>\n<ul>\n<li>Kleinst-PV-Systeme f\u00fchren typischerweise <strong>eher zu einer Entlastung der Hausinstallation<\/strong> als zu einer unzul\u00e4ssigen Belastung.<\/li>\n<li>Zur Vermeidung von Brandgefahren im Fehlerfall wird eine <strong>Leistungsbegrenzung f\u00fcr die Einspeisung auf einer Leitung empfohlen<\/strong>, die sich nach den vorhandenen Kapazit\u00e4tsreserven der Leitung richtet. Die so motivierte Leistungsbegrenzung liegt im Bereich von 400 W bis 800 W Nennleistung. Auf Ebene des Ortnetztransformators ist nicht mit einer R\u00fcckspeisung \u00fcbersch\u00fcssiger Erzeugungsmengen aus den Kleinst-PV-Systemen zu rechnen. Kleinst-PV-Systeme sind f\u00fcr den Netzbetrieb ab Mittelspannungsebene aufw\u00e4rts irrelevant.<\/li>\n<li>Angesichts der im Vergleich zur \u00f6sterreichischen Kraftwerkskapazit\u00e4t von 24 GW sehr geringen zu erwartenden Summen-Nennleistung von 35 MW f\u00fcr Kleinst-PV-Anlagen im Referenzszenario \u2013 auch die 100 MW Summen-Nennleistung im Szenario \u201egro\u00dfe Durchdringung\u201c sind noch sehr klein <strong>\u2013 kann man ein Risiko f\u00fcr die Netzstabilit\u00e4t durch Kleinst-PV-Anlagen ausschlie\u00dfen.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Gutachter sehen zusammenfassend den Betrieb von Kleinst-PV-Anlagen in \u00d6sterreich als technisch unproblematisch an, sofern die entsprechenden Rahmenbedingungen und Empfehlungen eingehalten werden.<\/strong> Eine Gef\u00e4hrdung des Netzbetriebes ist ausgeschlossen, sofern die heute f\u00fcr regul\u00e4re Anlagen geltenden Anforderungen an die Netzschutzparameter nach TOR D4 erf\u00fcllt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor dem Workshop hatte die <a href=\"http:\/\/www.pvplug.de\/positionspapier\/\">DGS-Arbeitsgruppe pvplug ein Positionspapier vorgelegt<\/a> und darin die Forderung nach \u201everbraucherfreundlichen, juristischen und sachlich angemessenen Regeln f\u00fcr Stecker Solar Ger\u00e4te\u201c aufgestellt:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Bagatellgrenze f\u00fcr den Anschluss von Stecker-Solar-Ger\u00e4ten durch den Nutzer<\/li>\n<li>Keine Meldepflicht f\u00fcr Anlagen bis 800 Watt gem\u00e4\u00df EU Netzkodex 2016\/631<\/li>\n<li>Eine rationale Risikowahrnehmung wie in der Schweiz, den Niederlanden und \u00d6sterreich, um auch hierzulande die M\u00f6glichkeit zu bieten, sichere Stecker-Solar-Ger\u00e4te ohne zus\u00e4tzlichen Aufwand in Betrieb nehmen zu k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Ein klares Bekenntnis der Netzbetreiber und der Politik zur dezentralen Stromerzeugung und zum Abbau bestehender normativer H\u00fcrden f\u00fcr B\u00fcrger, die regenerative Stromerzeugungseinrichtungen betreiben (Prosumer)<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u201eInsgesamt war der Dialog dort in Frankfurt am Main ausgesprochen angenehm und konstruktiv\u201c<\/em>, fasst Holger Laudeley zusammen. <em>\u201eLetztlich wird der DKE langfristig nicht umhinkommen, die Normen entsprechend der Gegebenheiten anzupassen oder den unkontrollierten \u201aWildwuchs\u2018 zu akzeptieren \u2013 aber das kann niemand wollen.\u201c<\/em> Letztlich seien deutliche Fortschritte im Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zu sp\u00fcren und der Experten-Zusammenschluss pvplug werde als Sparringspartner auf Augenh\u00f6he wahrgenommen. Ein harter <strong>\u201eGang durch die Institutionen\u201c<\/strong> stehe aber noch bevor.<\/p>\n<p><strong>pv magazine Award f\u00fcr pvplug<\/strong><\/p>\n<p>Unterdessen ist<img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2966\" src=\"http:\/\/www.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/pv-magazine-award1-288x300.jpg\" alt=\"pv magazine award\" width=\"288\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/pv-magazine-award1-288x300.jpg 288w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/pv-magazine-award1.jpg 766w\" sizes=\"(max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/> pvplug \u2013 hierzu geh\u00f6rt auch e.cube systems &#8211; <a href=\"http:\/\/www.pv-magazine.de\/nachrichten\/details\/beitrag\/der-gang-durch-die-institutionen_100024971\/\">mit dem pv magazine Award in der Kategorie \u201etop\u00a0innovation\u201c ausgezeichnet worden<\/a>. Ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass die Steckdosenmodule heute anders als vor zwei oder drei Jahren wahrgenommen werden. Schlie\u00dflich, so der Anspruch von pvplug, gehe es darum, die Ener<br \/>\ngiewende in die St\u00e4dte zu bringen \u2013 da die meisten St\u00e4dter kein eigenes Dach, viele aber einen Balkon haben, sind die Solarmodule f\u00fcr die Steckdose die einzige Chance, ebenfalls <strong>von der Energiewende zu profitieren<\/strong>.<\/p>\n<p>Und sogar der Widerstand einiger Netzbetreiber br\u00f6ckelt inzwischen. Westnetz, <a href=\"https:\/\/blog.greenpeace-energy.de\/magazin\/unternehmens-news\/punktsieg-fuer-simon\/\">so berichtet das Greenpeace-Blo<\/a>g, hatte eine Kundin unter Druck gesetzt, die ein Steckdosenmodul der Marke \u201esimon\u201c installieren wollte. Im November, so berichtet Greenpeace, dann die kleinlaute Kehrtwende: \u201e<em>Nach eingehender Pr\u00fcfung der \u2026 vorgelegten Unterlagen (teilen wir mit), dass wir &#8230; an unserer Einsch\u00e4tzung aus dem Schreiben \u2026 nicht weiter festhalten.\u201c<\/em> Au\u00dferdem seien <em>\u201esch\u00e4dliche oder st\u00f6rende R\u00fcckwirkungen auf unser Elektrizit\u00e4tsversorgungsnetz nicht erkennbar.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit drei Jahren ist Holger Laudeley mit seinen Steckdosenmodulen \u2013 fr\u00fcher als Balkonsolarmodule bezeichnet \u2013 auf dem Markt. Trotz bundesweit ca. 20.000 verkaufter Module, ist der Durchbruch bis heute nicht gelungen. Ein Grund daf\u00fcr ist die Verunsicherungstaktik vieler Netzbetreiber und sogar von Landesministerien, die viele potenzielle K\u00e4ufer von Steckdosenmodulen verunsichern. Doch vielf\u00e4ltige Entwicklungen zeigen, dass die Steckdosenmodule bald die rechtliche<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":1627,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2962"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2962"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2962\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2974,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2962\/revisions\/2974"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}