{"id":3479,"date":"2022-04-27T15:52:17","date_gmt":"2022-04-27T13:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.laudeley.de\/?p=3479"},"modified":"2025-08-19T15:57:13","modified_gmt":"2025-08-19T13:57:13","slug":"27-04-2022-autarkes-rosenhof-quartier-energiewende-attraktion-mitten-in-soltau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.laudeley.de\/index.php\/27-04-2022-autarkes-rosenhof-quartier-energiewende-attraktion-mitten-in-soltau\/","title":{"rendered":"27.04.2022: Autarkes Rosenhof-Quartier: Energiewende-Attraktion mitten in Soltau"},"content":{"rendered":"\n<p>Mitten im Stadtkern der 20.000-Einwohner-Stadt Soltau in der L\u00fcneburger Heide ist eine energetisch-technische Sanierung der besonderen Art gelungen. Laudeley Betriebstechnik hat dort gemeinsam mit dem Zahnarzt Dr. Hans-Christian Lohmeyer ein Quartier beinahe autark gemacht. Daf\u00fcr wurde u.a. ein neues, gro\u00dfes Carport als Tr\u00e4ger der Photovoltaikanlage errichtet, ein Nahw\u00e4rmekonzept mit Blockheizkraftwerk realisiert und mehrere Flurst\u00fccke sowie Netzanschl\u00fcsse zusammengelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Hans-Christian Lohmeyer verf\u00fcgt mitten in Soltau \u00fcber aneinander angrenzende Grundst\u00fccke, auf denen u.a. ein denkmalgesch\u00fctztes Haus aus dem Jahr 1896 steht, das seine Zahnarztpraxis mit angeschlossenem Labor beherbergt. Daneben gibt es im Rosenhof-Quartier ein Zwei-Parteien-Haus aus dem Jahr 1962 und ein neu errichtetes KfW-40Plus-Haus, das \u00fcber eine kleine Photovoltaikanlage verf\u00fcgt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Energieverbr\u00e4uche sind aufgrund des Altbau-Charakters der zwei Geb\u00e4ude und des energieintensiven Gewerbes hoch: Der Gasverbrauch liegt bei 180.000 Kilowattstunden, w\u00e4hrend etwa 45.000 Kilowattstunden elektrischer Energie f\u00fcr die Geb\u00e4ude und das E-Auto von Tesla ben\u00f6tigt werden. Bereits w\u00e4hrend des Baus des neuen Geb\u00e4udes 2019 keimt in Lohmeyer der Wunsch: Etwas mehr energetische Autarkie darf es dann schon sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dabei gibt es ein Problem: Keines der Geb\u00e4ude verf\u00fcgt \u00fcber eine geeignete Dachfl\u00e4che, um gen\u00fcgend Solarstrom zu produzieren. Auf der Suche nach L\u00f6sungen, st\u00f6\u00dft Lohmeyer auf die Youtube-Videos von Holger Laudeley. Es reift die Idee, ein weiteres Geb\u00e4ude auf dem gro\u00dfen Grundst\u00fcck zu bauen, das f\u00fcr eine gro\u00dfe Photovoltaik-Anlage f\u00fcr das Rosenhof-Quartier Platz bietet. So entsteht ein gro\u00dfes, Carport-\u00e4hnliches Geb\u00e4ude, das eine gro\u00dfe Dachfl\u00e4che bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig muss der zwischenzeitlich beauftragte Holger Laudeley ein weiteres Problem l\u00f6sen: Wie k\u00f6nnen die aneinander grenzenden Flurst\u00fccke so verschmolzen werden, dass am Ende nur ein einziger Einspeisepunkt \u00fcbrig bleibt? Denn genau das, hatte der zust\u00e4ndige Netzbetreiber bei einer Erstbesprechung gefordert. \u201cAber die Stadtwerke Soltau zeigten sich erstaunlich offen f\u00fcr meinen Wunsch, als ich ihnen das Energiekonzept zeigte\u201d, erinnert sich Lohmeyer. Kurz darauf war die Grundst\u00fccksverschmelzung abgeschlossen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"574\" src=\"https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Energietechnik-1024x574.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3480\" srcset=\"https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Energietechnik-1024x574.jpg 1024w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Energietechnik-300x168.jpg 300w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Energietechnik-768x430.jpg 768w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Energietechnik-1536x860.jpg 1536w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Energietechnik.jpg 1587w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Energiekonzept sieht u.a. die Zusammenlegung der Netzanschl\u00fcsse, die Umsetzung eines Nahw\u00e4rmekonzepts und die parallele Eigenversorgung \u00fcber Gas-Verstromung vor. Die Photovoltaikanlage (75 kWp) und drei E3\/DC-Speichersysteme vom Typ Quattroporte XXL (78 kWh, Ausspeiseleistung 18 kW) sorgen f\u00fcr die Stromversorgung im Sommer. Ein Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von elf Kilowatt elektrisch und 33 Kilowatt thermisch nutzt im Winter Naturgas, und wird zentraler Bestandteil des Nahw\u00e4rmenetzes. Ein Spitzenlastkessel sorgt an sehr kalten Tagen f\u00fcr zus\u00e4tzliche W\u00e4rmeversorgung. Im Sommer \u00fcbernehmen zwei Brauchwasser-W\u00e4rmepumpen die Warmwasserbereitung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer Photovoltaik-Erzeugung von 70.000 Kilowattstunden pro Jahr, dem zus\u00e4tzlichen Strom aus dem Blockheizkraftwerk (33.000 kWh) und einem Eigenverbrauchsanteil von 75 Prozent geht das komplexe Laudeley-Konzept auch im Soltauer Quartier voll auf. \u201cWas so wichtig ist: Dies alles gelang, ohne im denkmalgesch\u00fctzten Haus etwa die Fassade durch D\u00e4mmung oder die Heizk\u00f6rper ver\u00e4ndern zu m\u00fcssen\u201d, sagt Laudeley. Dies w\u00e4re n\u00f6tig geworden, h\u00e4tte das Konzept die Integration einer W\u00e4rmepumpe vorgesehen. Die Bundesregierung plant innerhalb weniger Jahre, nur noch Heizungen zuzulassen, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien umfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als externer Messstellenbetreiber agiert im Rosenhof-Quartier das Aachener Cleantech-Unternehmen Discovergy. \u201cOhne dessen digitalen Stromz\u00e4hler sind die Abrechnungen solcher Quartiere extrem aufw\u00e4ndig und quasi nicht realisierbar\u201d, so Laudeley. Erzeugung und Verbrauch kann Energieversorger Lohmeyer jederzeit im Discovergy-Portal online oder via App kontrollieren. \u201cAu\u00dferdem sind bestimmte Steuerungsaufgaben ohne digitale Messeinrichtungen nicht m\u00f6glich\u201d, so Laudeley. \u201cDa geht es beispielsweise um die Kommunikation mit einem Rasperry Pi zur Auslesung der Z\u00e4hlerdaten oder den sicherheitsrelevanten NA-Schutz der Anlage.\u201d<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"762\" src=\"https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Carport-und-neues-Mehrfamilienhaus-1024x762.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3481\" srcset=\"https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Carport-und-neues-Mehrfamilienhaus-1024x762.jpg 1024w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Carport-und-neues-Mehrfamilienhaus-300x223.jpg 300w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Carport-und-neues-Mehrfamilienhaus-768x571.jpg 768w, https:\/\/archiv.laudeley.de\/wp-content\/uploads\/Carport-und-neues-Mehrfamilienhaus.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Insgesamt setzte Laudeley auf eine sogenannte \u201cF\u00fcnffachz\u00e4hlung\u201d, das hei\u00dft, es wurde ein Zweirichtungsz\u00e4hler f\u00fcr Bezug und Lieferung verbaut, und daneben Einzelz\u00e4hler zur Abgrenzung BHKW- und PV-Strom, sowie f\u00fcr Photovoltaik, Blockheizkraftwerk und Speicher. Eine Unterz\u00e4hlung in den vier H\u00e4usern macht die Abrechnung mit den einzelnen Vertragsparteien m\u00f6glich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Dr. Lohmeyer stand beim Projekt \u201cAutarkes Rosenhof-Quartier\u201d die Wirtschaftlichkeit nie im Vordergrund: \u201cWir k\u00f6nnen nicht erwarten, dass der Staat alles in Sachen Klimaschutz alleine macht\u201d, so der Mediziner. \u201cWir m\u00fcssen alle unseren Beitrag leisten. So kommen wir in kleinen Schritten ans Ziel.\u201d Trotzdem freut sich der Neu-Energieversorger seine laufenden Energiekosten pro Jahr um 6.000 Euro verringern zu k\u00f6nnen, und gleichzeitig das \u00f6ffentliche Netz zu entlasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem ersten Betriebsjahr im autarken Rosenhof-Quartier sind die Ergebnisse eindeutig: Zu der 99-prozentigen Stromautarkie kommt der auf 100.000 Kilowattstunden deutlich gesenkte W\u00e4rme-Gasverbrauch hinzu. \u201cDieser Gasverbrauch wird sich aber wieder erh\u00f6hen, weil mittlerweile entschieden wurde, noch zwei weitere Neubauten ins Rosenhof-Quartier hinzuzunehmen\u201d, so der Zahnarzt. Doch die verbauten Blockheizkraftwerke sind \u201cWasserstoff-ready\u201d, k\u00f6nnen also auf gr\u00fcnen Wasserstoff umgestellt werden, sobald dieser erschwinglich und verf\u00fcgbar ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Neubauten, ein Mehrfamilienhaus f\u00fcr f\u00fcnf Parteien und ein Einfamilienhaus befinden sich bereits im Bau, und werden ohne eigenst\u00e4ndigen Hausanschluss auskommen, also ausschlie\u00dflich \u00fcber die bereits vorhandenen Technologien versorgt. \u201cEine weitere Grundst\u00fccksverschmelzung ist hierf\u00fcr nicht notwendig, weil der Netzbetreiber den Plan sofort akzeptiert hat\u201d, so Laudeley. Unterst\u00fctzend wird die noch vorhandene Volleinspeise-PV-Anlage aus dem Jahr 2004 (5,75 kWp) nach Auslaufen der Einspeiseverg\u00fctung zus\u00e4tzlich zur Versorgung der Geb\u00e4ude beitragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bislang ist Soltau vor allem durch seinen Freizeitpark und Schwimmb\u00e4der bekannt. Zumindest in Fachkreisen d\u00fcrfte sich das in Zukunft \u00e4ndern. Denn das autarke Rosenhof-Quartier ist eine neue Energiewende-Attraktion mitten in Soltau. \u201cNur die dezentrale Erzeugung und Verbrauch sind eine wirkliche Energiewende\u201d, bilanziert Laudeley. \u201cDaher macht es Sinn, solche Quartiersl\u00f6sungen zus\u00e4tzlich zu f\u00f6rdern.\u201d Zur Nachahmung in ganz Deutschland unbedingt empfohlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Stadtkern der 20.000-Einwohner-Stadt Soltau in der L\u00fcneburger Heide ist eine energetisch-technische Sanierung der besonderen Art gelungen. Laudeley Betriebstechnik hat dort gemeinsam mit dem Zahnarzt Dr. Hans-Christian Lohmeyer ein Quartier beinahe autark gemacht. Daf\u00fcr wurde u.a. ein neues, gro\u00dfes Carport als Tr\u00e4ger der Photovoltaikanlage errichtet, ein Nahw\u00e4rmekonzept mit Blockheizkraftwerk realisiert und mehrere Flurst\u00fccke sowie Netzanschl\u00fcsse zusammengelegt. 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